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Positive Gefühle – wie du es schaffst, dass es dir grandios gut geht

Positive Gefühle
Inhalt

Weißt du, warum ich einen Blog-Artikel über positive Gefühle schreibe? Natürlich nicht. Rhetorische Frage, sorry 😊. Wenn ich ein neues Thema suche, möchte ich etwas finden, was möglichst viele Frauen wirklich interessiert, ein Thema, zu dem Hilfe gebraucht wird. Dazu checke ich, welche Begriffe oder Stichpunkte bei Google oft gesucht werden. Und “positive Gefühle” steht ganz oben auf der Hitliste.

Die Frage nach dem Warum ist vermutlich schnell beantwortet. Viele Frauen sind oft niedergeschlagen und erschöpft. Deshalb spiegelt die Suche nach diesem Begriff auch die Suche nach einem besseren Lebensgefühl, nach Optimismus und Zufriedenheit.

Positive Gefühle?
Manchmal ein unerwartetes Geschenk

Letzten Sommer war ich nach drei Jahren Corona-Zwangspause wieder auf Bali. Du weißt vielleicht, dass ich dort “Familie” habe. Wayan und Ari nennen mich Mom: “Du hast ermöglicht, dass Wayan studieren kann – also bist du Mom.” So einfach ist das 😊. Immer wenn wir dort sind, gibt es “Family Gathering”. Und in diesem Jahr war das besonders wichtig, weil die beiden inzwischen geheiratet haben, der Sohn Abhinaya ist schon zwei Jahre alt. All das habe ich nur per Video mitgekommen. Jetzt war endlich die Zeit für die Live-Begegnung.

Mein großer Wunsch: Das, was ich Wayan ermöglich habe, möchte ich auch an Abhinaya weitergeben. Ich wollte ihnen von meinem Plan erzählen, jeden Monat etwas Geld zu sparen, damit er später eine gute Schule besuchen kann oder eine anerkannte Universität. All das kostet auf Bali viel Geld.

Nun stell dir vor: ein warmer Abend im Garten des Dorfhauses. Wir sitzen um einen alten Steintisch und ich erzähle ihnen, was ich vorhabe. Sie schauen mich an und hören sehr aufmerksam zu. Sie sagen gar nichts. Ich höre keine Worte, aber ich sehe Tränen in den Augen.

Meine Spiegelneuronen reagieren sofort. Wir fühlen uns sehr verbunden. Positiver können Gefühle kaum sein.

Keine Sorge, du musst jetzt kein Ticket nach Bali buchen, um positive Gefühle zu erleben – auch wenn das vielleicht ganz nett wäre. Lies einfach weiter…

3:1 – nein, kein Fußballergebnis 😊

…sondern ein gesundes Verhältnis von positiven zu negativen Emotionen

Positive Gefühle beeinflussen unsere Beziehungen, sie erleichtern das Lernen, fördern die Kreativität und lassen uns Probleme schneller lösen. Gleichzeitig helfen sie, den Stress besser abzubauen und stärken unsere seelische Widerstandskraft.

Das Problem ist nur: wir fühlen sie viel zu selten, weil unser Körper uns eher negative Emotionen zeigt.

Evolutionsgeschichtlich hatte das durchaus Sinn: Wenn es im Gebüsch raschelte, warnte die Angst vor dem Angriff des Säbelzahntigers und unsere Vorfahren konnten schnell in die sichere Höhle flüchten. Fürs Überleben in jedem Fall nützlicher, als sich erst noch an schönen Blümchen zu erfreuen.

Dieses Beispiel zeigt auch ein weiteres Element negativer Gefühle: Die Aufmerksamkeit ist verengt. Nur der “Feind” ist im Fokus. Der Mechanismus war damals durchaus vorteilhaft. Heute erleben wir das auch, wenn wir im Stress nur noch die Schwierigkeiten sehen und überhaupt nicht mehr kreativ sind. Der Problem-Fokus lähmt uns – sehr unangenehm und wenig lösungsorientiert.

Außerdem wirken negative Emotionen stärker und länger. Wir nehmen sie bewusster wahr und sie aktivieren die alten Muster: Flucht, Kampf, Starre. Kurzfristig hilfreich, langfristig gesundheitsschädlich. Deshalb spürst du Überlastung und Stress so deutlich.

Das Kuriose: Wir erleben positive Gefühle im Alltag häufiger, aber wir merken es nicht so leicht.

Und genau deshalb gibt es so viele Tipps, die dazu ermuntern, positive Gefühle bewusst wahrzunehmen und auch aufzuschreiben (in Journals zum Beispiel). Wir brauchen ganz besondere Routinen und Tools, um uns bewusst zu machen, was gut läuft und was uns glücklich macht. Nur dann haben wir eine Chance, dass Erschöpfung, innere Unruhe, Ärger und Ausgebranntsein nicht die Oberhand haben.

Keine Angst: Du muss nicht bis zum Lebensende den positiven Tagesrückblick schreiben

Aber es hilft dir auf jeden Fall am Anfang, dein Bewusstsein für positive Gefühle zu schärfen und dir öfter genau diese Gefühle ins Leben zu rufen. Damit du zu dem gesunden Verhältnis von 3:1 kommst. Du kannst negatives Erleben nicht völlig ausschalten oder unterdrücken. Das würde dir nicht guttun, aber du kannst dafür sorgen, dass es nicht überwiegt. Wenn du dich tiefer mit Journaling beschäftigen möchtest, lies meinen Blogartikel “Journaling – wie das tägliche Schreiben dein Lebensgefühl erstaunlich verbessert”.

„Positiv“ und „negativ“ – sind die Emotionen wirklich gut oder schlecht?

Jetzt rede ich hier die ganze Zeit von “positiv” und “negativ” – aber eigentlich sind diese Begriffe nicht zutreffend. Warum? Wenn ich etwas mit positiv oder negativ bezeichne, dann bewerte ich. Positiv – gut, negativ – schlecht. Problem dabei: Es stimmt so nicht. Psychologisch ist diese Einordnung nicht sinnvoll.

Stell dir z.B. vor, du bist traurig, weil du einen geliebten Menschen verloren hast oder weil eine Beziehung zu Ende gegangen ist. Diese Trauer fühlt sich nicht gut an, aber sie ist wertvoll. Sie zeigt dir im Rückblick, was gut war. Sie erinnert dich an schöne Erlebnisse. Sonst wärst du nicht traurig, dass das jetzt fehlt.

Oder Ärger: Wenn du dich regelmäßig über deine Kollegin ärgerst, weil sie immer alles macht, ohne es mit dir abzusprechen. Dann zeigt dir das, dass einer deiner zentralen Werte verletzt wird. Vielleicht Kollegialität? Oder Offenheit? Der Ärger macht dich aufmerksam und und du kannst nun überlegen, wie du dafür sorgst, dass du deine Werte besser leben kannst.

Auch Angst fühlt sich nicht gut an, ist aber ein wichtiger Indikator. Sie warnt dich vor Gefahren.

Daniela Blickhan schlägt vor, eher von “angenehm” oder “unangenehm” zu sprechen. Im Coaching wird oft deutlich, wie wichtig es ist, sich gerade den unangenehmen Gefühlen zu stellen. Du kannst sie nicht ignorieren oder wegdrücken. Das ist wie mit einem Ball, den du unter Wasser pressen willst – er kommt mit voller Wucht zurück. Erst wenn du differenziert wahrnimmst und auch benennst, was du genau fühlst, kannst du gezielt an einer Veränderung arbeiten. “Ich bin gestresst” – was heißt das genau? Welche Gefühle erlebst du dabei? Was sind die Auslöser? Wo spürst du dieses Gefühl?

Positive Gefühle können negative überlagern – „Undoing-Effekt“

Unsere Energie folgt unserer Aufmerksamkeit. Wenn du dich also immer wieder mit dem beschäftigt, was dich belastet oder ärgert, sorgst du dafür, dass das Negative in deinem Leben stärkeres Gewicht bekommt.

Besser: Du richtest deine Gedanken auf Momente, die gut gelaufen sind und die dich erfreuen. Eine Studie hat bewiesen, dass positive Gefühle negative abmildern oder sie sogar vollständig verhindern können – bekannt unter dem Namen “Undoing-Effect” (Fredrickson, Mancuso, Branigan und Tugade, 2000).

Teilnehmer der Studie sollten unter Zeitdruck eine Rede vorbereiten, die sie frei und ohne Notizen halten würden. Durch diese Anforderungen wurde unmittelbar Stress erzeugt (erhöhter Blutdruck und schnellerer Puls). Drei Untergruppen wurden danach unterschiedliche Filme gezeigt: fröhlich, traurig und die dritte sah einen Bildschirmschoner mit geometrischen Formen.

Klares Ergebnis: Die Stressreaktion der ersten Gruppe wurde deutlich vermindert. Das wird als Beleg dafür gewertet, dass gerade bei hohem Stresspegel die Wahrnehmung positiver Emotionen gefördert werden sollte.

Deshalb ist auch der positive Tagesrückblick eine so wirksame Intervention. Du richtest am Abend ganz bewusst deine Aufmerksamkeit auf Dinge, die gut waren. Was waren heute deine Glücks- und Erfolgsmomente? So sorgst du aktiv für positive Gefühle – vielleicht auch gerade dann, wenn dein Tag dich sehr gefordert hat.

Auch negative Glaubenssätze kannst du mit positiven Gedanken überwinden. Lies hierzu meinen Blog-Artikel “Ich bin nicht gut genug. Oder doch? Was sind Glaubenssätze?”.

Bewusst genießen – meine Lieblingsübungen

Mit dem Journaling (dazu gehört auch der positive Tagesrückblick) hast du schon eine Möglichkeit kennengelernt, deine positiven Gefühle zu stärken. Da geht noch mehr 😊.

Was hältst du davon, in der nächsten Zeit mal ganz bewusst zu genießen? Wenn du das lernst, bist du auf einem richtig guten Weg zu einem resilienten Leben. Resiliente Menschen haben nämlich nicht seltener unangenehme Gefühle, sie sind aber in der Lage, schneller wieder in einen positiven Zustand zurückzukommen.

Folgende Impulse können dir dabei helfen:

  • Achte in deinem Alltag auf deine Sinne. Finde etwas Besonderes, das du siehst, hörst, schmeckst…
  • Lass dich berühren von Natur, Musik, Kunst… Worüber kannst du staunen? Was fasziniert dich?
  • Mach Fotos von besonderen Orten und hänge die Bilder an eine Pinwand.
  • Schreibe einen Brief an jemanden, dem du dankbar bist.
  • Gönn dir einen Spaziergang (nicht Sport, sondern Genuss).
  • Baue kleine Aktivitäten in deinen Alltag ein, die dich erfreuen. Kann schon ein Cappuccino in einer feinen Tasse sein.

Übrigens: Es gibt sogar ein ganzes Forschungsgebiet, das sich mit den verschiedenen Arten des Genießens beschäftigt und Tipps gibt, wie sich Genuss fördern lässt.

10 positive Gefühle und wie du sie trainieren kannst

Seit etwa 30 Jahren beschäftigt sich die Positive Psychologie mit der Frage, was Menschen seelisch gesund erhält. Dass positive Gefühle dabei eine Rolle spielen, verwundert nicht weiter. Barbara L. Fredrickson (Professorin für Psychologie an der University of North Carolina) hat darüber hinaus in Studien belegt, dass positive Gefühle bewusst hergestellt werden können.

Fallen dir auf Anhieb 10 verschiedene positive Gefühle ein? Barbara L. Frederickson benennt folgende: Freude, Dankbarkeit, Heiterkeit/Gelassenheit, Interesse, Hoffnung, Stolz, Vergnügen/Spaß, Inspiration, Ehrfurcht/Bewunderung und Liebe.

Lass mich raten: Heiterkeit, Inspiration und Ehrfurcht? Ich vermute, an die drei Variationen positiver Gefühle hast du weniger gedacht, oder? Macht nichts. Ich nehme dich jetzt mit auf Entdeckungsreise. Es lohnt sich, überall genauer hinzuschauen, weil du damit dein Repertoire für eine positive Grundhaltung in deinem Leben erweiterst.

Denn: Indem du dich selbst und dein Erleben bewusster wahrnimmst, kannst du diese angenehmen Emotionen vertiefen und du schaffst auch die Basis dafür, genau diese Emotionen zu verankern und öfter wiederherzustellen – Grundlage für deine mentale Gesundheit. Du wirst zufriedener und zuversichtlicher.

Positive Emotionen sind Kraftspender. Du brauchst sie, um mit schwierigen Situationen flexibler und besser umgehen zu können. Mit der Energie der positiven Emotionen kannst du deine Anspannung lösen und bist kreativer.

Je genauer du diese Gefühle kennst und benennen kannst, desto leichter lassen sie sich wieder herstellen.

Also los! Hier die Liste der positiven Gefühle:

Freude

Ich glaube, was Freude ist, muss ich dir nicht näher erklären. Deine Augen leuchten. Du gehst beschwingt und leicht durch die Straßen. Glücksgefühle durchströmen deinen Körper. Begeisterung, weil du den neuen Job bekommen hast. Ein wunderbarer Blumenstrauß – ganz unerwartet von deinem Partner. Überraschende Einladung bei vertrauten Menschen, die du schon lange nicht gesehen hast.

Freudige Momente bilden in dir einen großen Pool an wunderbaren Erinnerungen. Sie helfen dir, wenn du in schwierigen Situationen bist. Deshalb ist es wichtig, dass du dich bewusst an diese Momente erinnerst und sie möglichst auch verewigst. Dabei hilft dir auch der Tagesrückblick auf 3 Dinge, über die du dich gefreut hat. Wenn du diese Erinnerungen aufschreibst, wirken sie noch stärker.  

Dankbarkeit

Dankbarkeit ist eine sehr kraftvolle und starke Emotion. Ich möchte hier wieder einmal von meiner Mutter sprechen. Sie ist 91 Jahre alt, seit 3 Jahren Witwe (nach 63 Ehejahren), lebt noch selbstständig in einem kleinen Appartment und freut sich des Lebens, obwohl ihr Aktionsradius sehr klein geworden ist. Wie macht sie das? Mit ganz viel Dankbarkeit: für gemeinsame Reisen, für viele Familienfeste, für ihre Gesundheit, für freundliche Gesten ihrer Nachbarn, für eine Blume, für gemeinsame Stunden, für Telefonate.

Die Liste könnte ich hier noch endlos weiterführen. Meine Mutter ist eine zutiefst dankbare Frau und das lässt sie die Schwierigkeiten ihres Alters und die Trauer um meinen Vater ertragen – und zwar in emotional guter Verfassung.

Geh mal durch den Tag mit dem Fokus auf Dankbarkeit. Du wirst merken, wie viele kleine Ereignisse es gibt, für die du dankbar sein kannst. Vielleicht sind es aber auch Dinge, die du bisher für selbstverständlich gehalten hast. Dankbarkeit ist ein Mittel für große Zufriedenheit. In meinem Artikel “Dankbar sein – das Mittel für größere Zufriedenheit” findest du auch noch Tipps, wie du Dankbarkeit zum Ausdruck bringen kannst. Und ich gebe dir Ideen für Dankbarkeit, auf die du vielleicht noch gar nicht gekommen bist.  

Heiterkeit/Gelassenheit

Wenn du dich heiter oder gelassen fühlst, bist du ganz im Moment. Nicht sorgenvoll in die Zukunft schauen, den endlosen Grübelschleifen folgen, sondern mit dem Gefühl von Sorglosigkeit das Hier und Jetzt genießen. Es bedrückt dich nichts, weil du mit deinen Gedanken ganz bei dir bist und ganz in der Gegenwart.

Heiterkeit ist etwas ruhiger als Freude, ein bisschen zurückhaltender. Gelassenheit bringt dir dir nötige Ruhe, deine Gedanken zu sortieren und Gefühle wahrzunehmen. Wie kannst du dich also auch bei einem hektischen Alltag schnell in diese Verfassung bringen? Sag innerlich “stopp” und konzentriere dich ganz auf deine Sinne. Wenn du z.B. vor einem schwierigen Meeting den Raum wechseln musst, vielleicht sogar kurz durch die frische Luft gehst, dann denk nicht an das anstehende Konfliktgespräch, sondern erlebe, was du bei den wenigen Schritten siehst, hörst oder riechst.

Das bringt dich sofort runter und du spürst Gelassenheit. Zu Hause kannst du dich einfach zurücklehnen – mental oder ganz real – und die Gegenwart in dich hinein lächeln.  

Interesse

Interesse ist für mich ein unglaublich beflügelndes Gefühl. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich meine Website gebastelt habe: Bilder suchen, überlegen, was ich von mir erzählen möchte, mein Thema bündeln, Texte schreiben. Ich sitze an meinem Schreibtisch, vergesse alles um mich herum. Hunger und Durst merke ich kaum – ich bin völlig im Flow.

Diese Arbeitsphasen liebe ich. Was ist also Interesse? Es hat für mich ganz viel mit Aufmerksamkeit und Anstrengung zu tun. Ist dabei aber weit entfernt von Stress. Warum? Weil ich meine Aufgaben in hohem Maße als sinnvoll erlebe und neugierig verfolge, was wohl alles dabei herauskommt. Wie wirken die Bilder? Wie passt der Text? Doch noch ein bisschen überarbeiten? Angetrieben von Neugier auf das Neue mache ich ungebremst weiter. Was heißt das jetzt für dich?

Finde heraus, wofür du dich interessierst und gib diesem Bereich Zeit. Vielleicht blockst du jede Woche einige Stunden in deinem Kalender für diese Tätigkeit, die dich besonders inspiriert.  

Hoffnung

Bei der Hoffnung ist es spannend zu schauen, wann sie auftritt. Du spürst sie dann, wenn sich genauso gut Hoffnungslosigkeit breit machen könnte. Du hast deinen Job verloren. Du fühlst einen Knoten in der Brust. Oder du hast eine Prüfung nicht bestanden. Jetzt kannst du dich entscheiden: verzweifeln oder hoffen. Hoffnung gibt Zuversicht und damit auch Kraft.

Mit Hoffnung kommst du besser durch schwierige Lebensphasen. Hoffnung kann ein Impuls sein, nach Lösungen für Probleme zu suchen. Ein Sachbuch zu lesen, nach Behandlungsmöglichkeiten zu forschen, Alternativen zu suchen. Angetrieben vom dem positiven Gefühl, dass es gut werden kann. Wenn du gerade haderst und das Gefühl hast, dass die Hoffnung für dich weit weg ist, dann erinnere dich an deine Krisen und mach dir klar, wie du sie überwunden hast.

Du hast schon viel geleistet in deinem Leben. Sonst wärst du nicht da, wo du gerade bist. Und sicherlich waren auch schwierige Situationen dabei, die du gemeistert hast. Aus dieser Erfahrung kannst du Kraft und Hoffnung schöpfen.  

Stolz

Am liebsten würde ich dich jetzt ganz direkt fragen, was dir durch den Kopf geht, wenn du an Stolz denkst. “Uihh, darf ich das überhaupt?” “Tja, so bedeutsam ist das auch wieder nicht, was ich so mache.” “Wirke ich dann nicht überheblich, wenn ich stolz bin?”

Stolz hat nach meiner Erfahrung auch viel mit Mut zu tun. Mit Selbst-Bewusstsein. Du hast dich angestrengt. Du hast dir ganz viel Mühe gegeben. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Im Frühjahr neue Bepflanzung in deinem Garten. Eine Projekt-Präsentation, mit der du dein Team ins Boot holen konntest. Ein Vortrag, der dir neue Kunden oder Kontakte bringt.

Darauf darfst du stolz sein. Du hast etwas erreicht und du bist motiviert weiterzumachen. Stolz ist ein positives Gefühl, dass sehr stark ist. Es gibt dir viel Kraft und Energie, macht dich innerlich aufrecht. Du spürst ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Mach dir klar, was du bist und kannst.

Dazu könntest du z.B. 10 Sätze aufschreiben, die alle anfangen mit “Ich bin…”, “ich kann…”, “Ich habe…”. Du formulierst etwas, was dich auszeichnet. Überlege, warum du darauf stolz bist und trainiere so dein Selbstvertrauen.  

Vergnügen/Spaß

Bei diesen Begriffen muss ich sofort an Kinder denken, die ganz selbstvergessen spielen und dabei unbändiges Vergnügen empfinden. Völlig zweckfrei Spaß haben und ganz in diesem Gefühl sein. Kinder können so herrlich über eine Grimasse lachen oder Witze erzählen, die sie selbst besonders lustig finden.

Kinder lachen etwa 400 mal am Tag, Erwachsene in derselben Zeit nur etwa 15 mal. Lachen verbindet, Lachen baut Stress ab. Was Kinder denken, warum wir so selten lachen, erzähle ich dir in meinem Artikel “Lachen ist gesund – warum wir wieder mehr lachen sollten”. Gönn dir öfter mal, die Dinge mit Humor zu betrachten oder mit einem Freund ein bisschen herumzualbern. Wirkt sehr entlastend.  

Inspiration

Wenn du dir mehr Inspiration in dein Leben holen möchtest, empfehle ich dir vor allem den Beziehungscheck. Wir umgeben uns viel zu oft mit Menschen, die wir überhaupt nicht inspirierend finden. Und das raubt eher Energie. Wie ist das bei dir? Wer gibt dir Energie bei einem Treffen? Wer raubt dir Energie? Und bei wem ist die Begegnung eher neutral?

Ich habe z.B. eine Kollegin, mit der ich ein Projekt gemeinsam entwickelt habe. Wenn wir telefonieren, haben wir hinterher meist sehr konkrete neue Ideen und schon Pläne, wann wir was umsetzen wollen. Wir werfen uns die Bälle zu. Jede inspiriert die andere und es entsteht sehr viel Kreativität.

Wenn du dich inspirieren lässt, kannst du vermutlich auch Erfolge anderer neidlos anerkennen. Das ist eine wichtige Voraussetzung. Denn was dich bei anderen inspiriert, ist vermutlich eine besondere Fähigkeit, vielleicht auch eine, die du nicht hast. Aber gemeinsam kann Großes daraus entstehen. Such dir Menschen, die dich inspirieren.  

Ehrfurcht/Bewunderung

Kennst du den Ausdruck “in Ehrfurcht erstarren”. Ehrfurcht hat etwas Überwältigendes. Im Vergleich zu etwas Großartigem fühlen wir uns eher klein. Wir werden erinnert, bescheiden zu sein. Ich erlebe Ehrfurcht oft in der Natur. Ganz spontan denke ich gerade an ein Erlebnis Ende der 80er Jahre in Peru. Ich war in Macchu Picchu (berühmte Inka-Stätte) und bin von den Ruinen aus noch auf den Huayna Picchu gestiegen. Dieser Ort ist erst 1911 entdeckt worden, weil die Lage einfach perfekt versteckt war.

Auf dem Gipfel: weiter Blick über die Anden in alle vier Himmelsrichtungen. Gedanken an ein Volk, was vor mehreren hundert Jahren dort gelebt hat. Wind und Sonne auf der Haut. Wowww! Ehrfurcht hat auch mit Dankbarkeit zu tun. Ich erlebe die Schöpfung und bin dankbar dafür, dass ich Teil des Ganzen bin.

Ich kenne auch Ehrfurcht vor den kleinen Dingen der Schöpfung – eine Blume, ein Blick, ein Stein… Oder ich schaue ehrfürchtig auf zu ganz besonderen Menschen, die viel, manchmal Übermenschliches leisten. “Ehrfürchtig” heißt hier auch, dass ich das, was ich erlebe, als besonders groß und wertvoll einordnen.  

Liebe

Es hat einen besonderen Grund, warum Liebe am Ende dieser Auflistung steht. Sie umfasst alles und sie ist das Kostbarste. Beim Thema Liebe möchte ich deine Gedanken in zwei Richtungen lenken:


1. sich selbst lieben und andere Menschen lieben


2. Liebe ist kein Zustand, sondern eine Handlung ”Liebe deinen Nächsten wie dich selbst”. Du kannst überhaupt nur andere Menschen lieben, wenn du dich selbst liebst. Ich weiß, dass das für viele Frauen ein langer Weg ist. Erfahrungen in der Kindheit stehen da oft im Weg. Aber vielleicht ist auch schon dieser Artikel eine kleine Hilfe, der Selbstliebe näher zu kommen. Und dann hast du die Basis, deine Liebe weiterzugeben. Mit Umarmungen, kleinen Überraschungen, einem Lächeln. Zeigen, was du für einen anderen Menschen empfindest – das ist Liebe. Und zwar immer wieder: im Alltag, im Kleinen.  

Denk dich glücklich

Das ist der Titel meines Journals und diesen Titel greife ich hier wieder auf, weil er quasi die Essenz des Ganzen ist. All das, was ich dir hier vorgestellt habe, kannst du dir mit Hilfe deiner Gedanken vornehmen. Du kannst deine Gedanken ganz bewusst in positive Richtungen lenken und dadurch deine Emotionen beeinflussen.

Deine Gedanken steuern deine Emotionen. Nutze dieses Potenzial und denk dich positiv.

Schenk dir positive Gefühle

Für das Erlebnis mit meiner balinesischen Familie am verwitterten Steintisch im Garten habe ich nicht trainiert. Es war ein besonderer, geschenkter Glücksmoment. Ich weiß aber auch, dass ich das so intensiv erlebt habe, weil ich regelmäßig positive Gefühle in mein Leben hole und bewusst genieße.

Positive Gefühle sind ein Geschenk, das du dir selbst machst:

zielgerichtet ausgesucht, liebevoll verpackt und vertrauensvoll überreicht

Was machst du mit wertvollen Geschenken? Ich bin mir sicher, sie bekommen einen besonderen Platz, du wirst sie vorsichtig behandeln und dich immer wieder an ihnen erfreuen.

Also: Sorge in deinem Leben für positive Gefühle – sie schützen und beflügeln dich.

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