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Dankbar sein – DAS Mittel für größere Zufriedenheit

Dankbar sein
Inhalt

2013 ist mein damaliger Mann an Krebs gestorben. Zwei Jahre kämpfen, aber das Glioblastom war stärker. Ich war ziemlich erschöpft. Du kannst dir sicher vorstellen, dass die Zeit sehr, sehr anstrengend war. Zwei Operationen, Chemo, Bestrahlungen – das ganze Programm. Neben meinem Job bin ich durch die Gegend gefahren, habe Therapien recherchiert, Ernährung umgestellt und, und, und. Gleichzeitig immer die Angst – wie wird bloß alles werden?

Dann – ein paar Tage nach der Beerdigung – saß ich an einem milden Abend auf dem Balkon und dachte: So, und was jetzt? Ich erinnere ich noch ganz genau an diesen Moment. Ganz bewusst habe ich mich gefragt, was ich jetzt mit meinem Leben machen will. Ich war damals 48.

In die ganz Trauer hinein kam auf einmal ein Gefühl von Dankbarkeit. Ich lebe. Ich darf hier sitzen. Ich darf Pläne machen. Und: Ich hatte 13 glückliche Jahre.

Davon handelt dieser Blogpost.

Was passiert in deinem Körper, wenn du dankbar bist?

8 Jahre später und mit dem Wissen, was ich jetzt über Stress habe, kann ich erklären, was damals passierte und warum das gut für mich war.

Mein Körper war in hohem Maße gestresst: emotional in einer Extremsituation, physisch sehr müde nach zwei richtig heftigen Jahren. In so einer Lage kann man nicht klar denken, gute Entscheidungen treffen oder kreativ das Leben weiter planen. Da hat mir die Dankbarkeit geholfen. Irgendwie intuitiv.

In dem Gefühl von Dankbarkeit wird über den Vagusnerv das parasympathische Nervensystem stimuliert. Du kommst in einen Entspannungsmodus und dein Cortisolspiegel sinkt. Außerdem wird Oxytozin ausgeschüttet – das berühmte Kuschelhormon. Du fühlst dich besser.

Dankbarkeit lässt sich wie ein Muskel trainieren. Je öfter du Dankbarkeit in dein Leben holst, umso öfter schickt dir dein Körper Serotonin und Dopamin. Du kennst diese Hormone vielleicht als Glücks- und Belohnungshormone. Indem du dir regelmäßig Dankbarkeit verordnest, hast du eine wunderbare Therapie gegen Stress und Schutz vor Burnout.

Dankbar sein: Wem und wofür?

Bevor ich angefangen habe, diesen Text zu schreiben, habe ich mir diese Frage gestellt. Es war unglaublich – sooo viele Menschen und Erlebnisse, an die ich mich erinnere. Und beim Nachdenken spürte ich genau das, was ich eben theoretisch beschrieben habe – es macht ein richtig gutes Gefühl.

Hier meine TOP 10:

  • meinen Eltern, die mir ihre ganze Liebe geschenkt haben,
  • meinem Klavierlehrer, der mir vermittelt hat, wie ich den langsamen Satz einer Mozart-Sonate atmen lasse,
  • meinem ersten Freund, der mich aufmerksam gemacht hat auf den Unterschied von „man“ und „ich“,
  • meinem Partner, der wunderbar für mich kocht,
  • meiner Kollegin und Freundin für jahrelange wundervolle Unterstützung und Zusammenarbeit,
  • meiner Studienfreundin, die mir heute mein Corporate Design macht,
  • meinem Nachbarn, der regelmäßig meinen Rasen mäht,
  • meinen Kundinnen, die mich immer wieder neu inspirieren (jede Frau ruft in mir etwas anderes wach und lässt mich weiter wachsen),
  • meiner Laufpartnerin für verlässliche Verabredungen zum Walken: seit 8 Jahren 2 mal pro Woche,
  • meiner balinesischen “Familie” für ganz viel Zuneigung, Aufgeschlossenheit, Interesse und das Gefühl, dazu zu gehören.

Wofür bist du dankbar?

Wie bringst du deine Dankbarkeit zum Ausdruck?

Hinter der Frage steckt für mich mehr als der Blumenstrauß zum Muttertag. Was “verschenkst” du, um zu zeigen, dass du dankbar bist?

Ich verschenke ganz oft Lächeln. Hast du übrigens schon meinen Blogpost dazu gelesen? Wenn nicht – hier ist der Link:
Warum wir wieder mehr lachen sollten

Und zum Lächeln gesellen sich auch gerne anerkennende Worte. Ich habe mir angewöhnt, ganz oft Menschen zu sagen, was ich gerade Positives an Ihnen wahrnehme. Das kann auch etwas ganz Alltägliches sein:

  • Danke, dass Sie mir die Tür aufhalten.
  • Ich bewundere dein handwerklichen Fähigkeiten. Hätte ich auch gerne. (Zum Nachbarn, der gerne am Haus rumwerkelt)
  • Du guckst heute so fröhlich. Geht es dir gut?
  • Ich freu mich, dass du angerufen hast.

Wenn du dir das angewöhnst, schult das im Übrigen auch deinen Blick auf Positives. Und das hilft dir, öfter in einem guten Zustand zu sein.

Auch wenn du kein Gegenüber hast, dem du deine Dankbarkeit zeigst, wirkt das Gefühl auf deinen Körper.

Wie nimmst du Dankbarkeit an?

Was sagst du, wenn sich jemand bei dir bedankt? Vor allem, wenn du spürst, dass du für den anderen/die andere sehr wichtig bist. Kannst du damit gut umgehen?

Nimm diese Frage mal mit in deinen Alltag und spüre nach, wie es dir dabei geht, wenn Menschen sich bei dir bedanken.

Wie kannst du es schaffen, dankbarer zu sein?

Dabei können dir Routinen helfen. Auf das Dankbarkeitstagebuch verweise ich immer wieder – einfach weil es wirklich so nützlich ist. Schreib abends drei Dinge auf, die am Tag gut gelaufen sind, positiv waren oder dich glücklich gemacht haben. Und frag dich anschließend: Was war dein Beitrag? So lenkst du deinen Blick immer wieder auch auf deine positiven Seiten und stärkst dein Selbstwertgefühl. Gleichzeitig hast du dadurch mehr Kraft, wenn es stressig wird.

Weitere Ideen:

  • Tagesanfang und Tagesende bewusst gestalten
  • den Augenblick bewusst wahrnehmen und nicht mit den Gedanken abschweifen: Was siehst du? Was spürst du? Was hörst du? Was schmeckst du gerade?
  • alte Fotobücher anschauen und schöne Erinnerungen aufleben lassen
  • Pausen machen
  • auf etwas bewusst verzichten
  • etwas teilen

Dankbar sein – ganz anders

Sei dankbar,

  • dass du nicht alles hast, was du dir wünschst – dann könntest du dich auf nichts mehr freuen 🙂
  • dass du nicht alles weißt – so hast du die Möglichkeit zu lernen
  • für deine Fehler – sie sind Lernchancen
  • für alle Herausforderungen – sie stärken dich
  • deinen Kritikern – sie bringen dich auf neue Perspektiven, über dich nachzudenken

Fazit

Damals auf dem Balkon wusste ich noch nicht so viel über Dankbarkeit wie jetzt. Aber irgendwie hat mich mein Instinkt auf die richtige Bahn gebracht. Auch dafür bin ich dankbar :-).

Wenn du denkst, dass meine Ideen für deine Freundinnen oder andere Selbstständige auch nützlich sein könnten, dann leite diesen Beitrag doch gerne weiter.

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