Bettina: Wenn ich heute deine Website öffne, dann strahlt mich eine sehr zufriedene Frau an und ich lese: Coaching für Frauen 50 plus. Mehr Raum, mehr Zeit, mehr du. Bist du in einer Umbruchphase und wünscht du dir eine Wegbegleiterin auf Augenhöhe? Ich unterstütze dich dabei, dein nächstes Kapitel bewusst zu gestalten. Lebendig, stimmig, erfüllt. Wenn ich das lese, spüre ich große Klarheit, aber die war ja nicht von Anfang an da.
Was war für dich der innere Antrieb, dich als Coach selbstständig zu machen?
Sabine: Das war eine Umbruchsphase in meinem Leben, wo ich merken musste, dass es auf einem bestimmten Weg für mich nicht weitergeht. In dieser Zeit habe ich realisiert, dass ich die Fähigkeit habe, Menschen auf Augenhöhe zu begleiten und darin zu bestärken, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.
Diese Freude zu sehen, wenn sie nach Abschluss unserer Zusammenarbeit stolz und zufrieden und mit einer gewissen Leichtigkeit ihren Weg weitergehen – das hat mich immer sehr berührt und berührt mich noch heute.
Bettina: Du hast gerade diesen Umbruch angesprochen. Was waren in der Situation die Herausforderungen, mit denen du zu kämpfen hattest?
Warum hast du dich für das Programm Erfolgsstory entschieden?
Sabine: Ich war zuvor schon selbstständig als Coach unterwegs und habe gespürt, dass sich etwas verändert hat – dass da etwas nicht mehr ganz stimmig war. Ich hatte das starke Bedürfnis nach einer Anpassung.
Als Resilienztrainerin und Peer-Coach für chronisch Kranke war ich so fixiert auf dieses Gesundheitsthema, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, ein anderes Thema in Betracht zu ziehen. Als ich dein Programm gesehen habe, wusste ich: Ich möchte einen neuen Brand, einen neuen Auftritt und eine neue Webseite. Zusätzlich zu meinem bestehenden Angebot wollte ich ein frisches entwickeln – eines, das mein heutiges Ich unterstreicht. Ein frisches Kernthema, mein Flaggschiff sozusagen.
Ich konnte mich nicht für eine Nische entscheiden. Ich hatte immer das Gefühl, da schließe ich andere Menschen aus und verliere vielleicht Kundinnen. Das wollte ich auf keinen Fall.
Bettina: Du hast damals wahrgenommen, dass mein Credo ist: Positionierung geht von innen nach außen. Damit meine ich wirklich, dass der Erfolg im Business bei der Persönlichkeit anfängt. Persönlichkeit ist nicht kopierbar und deshalb das beste und letztlich auch einzige wirkliche Alleinstellungsmerkmal.
Wie hast du herausgefunden, was aus deiner Lebensgeschichte relevant für deine Positionierung ist?
Sabine: Ich habe mein Leben noch mal ganz genau betrachtet und habe bewusst Gesundheitsthemen weggelassen – da war ich ja schon, da wollte ich nicht wieder hin. Dieser Prozess war noch mal sehr intensiv und ich hätte mir das so nicht erwartet, weil ich als Peer-Coach sehr selbstreflektiv unterwegs bin und schon oft von meinen Struggles und von meinem Leben erzählt habe.
Auf dieser Reise habe ich ein starkes Bild von mir selbst wiederentdeckt, dem ich bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht so große Beachtung geschenkt habe: das Bild von mir als einer starken Frau, die viele Lebensumbrüche durchlebt hat, sich bewusst immer weiterentwickelt und ihren Weg weitergeht.
Da kam das Bewusstsein, dass ich mit genau solchen Frauen arbeiten möchte. Frauen, die sich in Umbruchsphasen befinden und merken, dass da noch was ist. Frauen, die den Mut haben hinzuschauen, sich wieder zu entdecken.
Das war die Geburtsstunde meines neuen Coaching-Angebots für Frauen 50+, bei dem ich mit Frauen arbeite, die ihren Raum und ihre Zeit neu nutzen und damit erfüllt leben.
Bettina: Ich finde es sehr interessant – das bestätigt auch, was ich oft höre. Gerade Coaches sind geübt darin, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Du hast viel selbst reflektiert in vielen Fortbildungen, Weiterbildungen. Trotzdem ist diese Selbstreflexion mit Blick auf Business noch mal eine andere Qualität von Nachdenken über sich selbst und hat eine andere Zielrichtung.
Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Gespräche, wo du rauskristallisiert hast: Ja, Umbrüche, das ist es eigentlich. Ich habe selbst ganz viele Umbrüche erlebt. Dann haben wir weiter überlegt: Welche Umbrüche könnte es für dein Angebot geben? Und dann ging es noch weiter ins Detail.
Wie bist du zu der konkreten Zuspitzung auf Frauen 50+ gekommen?
Sabine: Das war sehr spannend. Ich bin jetzt 57 und dieser Phase mit 50 habe ich diese Bedeutung gar noch nicht so gegeben. Da lohnt sich das genaue Hinschauen noch mal.
Bettina: Das Leben wird vorwärts gelebt und im Rückblick verstanden. Das ist noch mal ein Beispiel dafür.
Bettina: Als wir gemeinsam darüber nachgedacht haben, wie ein Programm aussieht, das dich und deine Persönlichkeit spiegelt, kam sehr schnell das Thema Kreativität hoch. Das spielt für dein Leben, für dich eine sehr große Rolle. Du hast dich entschieden, Kreativität mit hineinzunehmen in deine Positionierung.
Wie nutzt du diesen Bereich aus deinem Leben für dein Business?
Sabine: Kreativität spielt in meinem Leben wirklich eine große Rolle. Bei mir geht es ums Malen und Schreiben. Kreativität ist ja sehr vielseitig, sehr individuell. Für mich ist Kreativität ein Instrument, meine Gedanken und Gefühle sichtbar zu machen, ihnen Ausdruck zu verleihen.
Sie hilft mir, Ideen zu generieren, Lösungen zu finden und auch mal einfach abzuschalten und den Kontakt zu mir selbst zu halten. Diese Kreativität hat mir beim Entwickeln und Schreiben des neuen Angebots und meiner neuen Webseite sehr geholfen.
Bettina: Eine Bühne für dein Leben ist sicherlich die Über-Mich-Seite. Was erzählst du da über dich und warum erzählst du es? Die zweite Frage finde ich fast noch wichtiger – nämlich zu überlegen, warum hast du die Dinge ausgewählt, die du da schreibst?
Wie ist es dir ergangen, diese Texte zu schreiben?
Sabine: Das, was aus meinem Leben für ein neues Angebot relevant ist, habe ich versucht, auf der Über-Mich-Seite in einem Bild darzustellen. Ich habe einen eigenen Schreibstil für mich weiterentwickelt und über meine Erfahrungen mit Veränderungen geschrieben, über mein tiefes Vertrauen ins Leben und dass schwierige Lebensumbrüche zu Chancen werden können, wenn ich akzeptieren und loslassen kann.
Das sage ich nicht einfach so, weil sich das toll anhört und man das überall liest, sondern das habe ich wirklich so erlebt. Das möchte ich den Menschen auch so vermitteln.
Ich habe mal den Satz gehört: Über deine Narben kannst du schreiben, über deine Wunden lieber nicht, die behältst du lieber für dich. Das waren beim Schreiben meine Leitplanken.
Die Kreativität hat mich sehr dabei unterstützt, diese Seite zu entwickeln. Gleichzeitig konnte ich meine potenziellen Lieblingsklientinnen direkt ansprechen. Das ist ein Schritt in deinem Mentoring-Programm, wo man potenzielle Lieblingsklientinnen skizziert. Da hatte ich immer zwei fiktive Personas vor mir, die ich in- und auswendig kannte, die ich dann direkt ansprechen konnte. Ich nutze das übrigens heute noch, zum Beispiel wenn ich Themen für Blogartikel sammle.
Sehr unterstützend war, dass ich einem Plan folgen konnte und dir meine Texte zusenden durfte. Deine professionelle Sicht und deine Feedbacks haben mich sehr darin unterstützt, weiterzumachen – auch wenn es ab und an mal hart war.
Bettina: Gab es für dich einen Vorher-Nachher-Vergleich im Verständnis darüber, was eine gute Über-Mich-Seite ausmacht?
Vorher-Nachher: Was gehört wirklich auf eine Über-Mich-Seite?
Sabine: Das hat sich sehr gewandelt, definitiv. Früher habe ich das eher distanziert gesehen – quasi als Lebenslauf, den man einer Bewerbung beilegt. Aus- und Weiterbildung, damit man die fachlichen Kompetenzen aufzeigen kann. Ein paar berufliche Stationen, die relevant sind, Erfahrungen abzubilden. Und zum Schluss vielleicht noch einen Leitspruch, damit das Ganze eine persönliche Note bekommt.
Heute sehe ich das total anders. Ich habe immer noch meine fachlichen Qualifikationen auf meiner Seite, aber erst ganz am Schluss. Zentral geht es darum, mich als Menschen, als Person nahbar zu machen – einen Ausschnitt aus meinem Lebensbild zu zeigen, meine Haltung sichtbar zu machen und wofür ich stehe.
Ich habe zehn Farbkleckse aufgeführt, die mich in meinem Leben begleiten. Persönliche Dinge, die man über mich wissen darf. Heute sehe ich die Über-Mich-Seite sehr viel persönlicher – nicht privat, aber sehr persönlich.
Bettina: Du hast ein wunderschönes Wort verwendet: die zehn Farbkleckse. Und du hast vorhin schon davon gesprochen, dass du einen eigenen Schreibstil entwickelt hast. Das ist sehr beeindruckend, was du da für dich rausgefiltert hast.
Was macht deinen Schreibstil aus?
Sabine: Das hat mit meiner Kreativität zu tun. Ich habe eine Ausbildung zur Maltherapeutin gemacht. Mir liegt die Kreativität und das Malen einfach so am Herzen – und auch das Schreiben. Ich bin jemand, der sehr bildlich spricht.
In meinen Texten verwende ich Begrifflichkeiten aus diesen Bereichen. Zum Beispiel: einem Bild mehr Tiefe geben oder wenn auf einem Bild noch hier oder da ein Pinselstrich fehlt. Solche Begrifflichkeiten verwende ich. Als ich das herauskristallisiert habe und begonnen habe damit zu arbeiten, hat es richtig Spaß gemacht und ich habe gemerkt: Hey, das bin wirklich ich.
Bettina: Mir fällt auch auf, dass du an manchen Stellen davon sprichst: Vielleicht ist dein Leben jetzt irgendwie grau und es wäre doch schön, wenn es wieder bunt würde. Diese Metaphernwelt, Farbwelt aus der Malerei, aus dem künstlerischen Kontext – das ist sehr stimmig. Das ist ein prägnantes Beispiel dafür, was es heißt, die wirklich eigene Schreibstimme zu entwickeln.
Ich finde es wichtig, dass das ein erster Schritt ist, bevor man vielleicht ChatGPT zur Unterstützung nutzt. Wenn ich den eigenen Stil noch nicht entwickelt habe, nützt ChatGPT gar nichts – dann kommen generische Sätze raus, die keiner lesen will und die nicht persönlich sind. Wenn du aber mit deinen Texten ChatGPT fütterst und sagst, mach es in dem Stil, könnte das ein gutes Ergebnis bringen.
Bettina: ChatGPT ist in aller Munde und man liest manchmal, ChatGPT könnte ein Sparringspartner sein. Ich kann alles fragen, ich kriege auf alles eine Antwort. Vielleicht brauche ich auch kein 1-zu-1-Programm.
Was unterscheidet das persönliche 1:1 von einem Austausch mit KI?
Sabine: Man kann das machen. Aber meins wäre es nicht. Ich nutze ChatGPT, um vielleicht mal einen Text überarbeiten zu lassen. Aber wenn es um Coaching oder eine Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema geht, wäre es nicht meins.
Mir würde die neutrale Außensicht fehlen. Der zweite Blick, der mir blinde Flecken aufzeigt und Fenster öffnet, die ich allein vielleicht gar nicht gefunden oder gesehen hätte. Mir würde das kritische Hinterfragen fehlen, das nicht von meiner Haltung, von meinen Ideen oder von meiner Art zu sprechen beeinflusst ist.
Bettina: Das teile ich zu 100 Prozent aus eigener Erfahrung. Ich hole mir ja immer wieder Coaching oder Unterstützung. Auch wenn man vom Fach ist, auch wenn man denkt, ich weiß, wie es geht – man bleibt immer irgendwo hängen und das nimmt ein anderer wahr. Das ist auch das, was ChatGPT in der Kooperation mit Menschen braucht: das Bewerten der Dinge. Dafür braucht es unsere Erfahrung und unseren kritischen Blick. Was nur ausgespuckt wird, braucht immer wieder Bewertung.
Bettina: Was sind für dich die wichtigsten Ergebnisse aus dem letzten Jahr? Was ist jetzt anders?
Vorher-Nachher: Was hat sich verändert?
Sabine: Ich war zuvor unterwegs als Resilienz-Trainerin und Peer-Coach für chronisch Kranke. Ich hatte in einem Projekt mitgearbeitet. Meine Selbstständigkeit war so nebenher. Ich habe auch auf Instagram Posts gemacht. Es war nicht unklar, aber ich habe mich nicht so viel dabei überlegt. Ich komme ja gar nicht aus dem Marketingbereich. Ich habe mich nie viel damit auseinandergesetzt. Das ist etwas, was jetzt anders ist.
Das Wichtigste für mich ist, dass ich jetzt wirklich weiß, wofür ich stehe und wo meine neu gezogenen Grenzen sind. Das bringt sowohl für mich wie auch für die Menschen Klarheit. Klarheit ist etwas wunderbar Entlastendes. Es spart Zeit und Energie.
Klarheit ist eine wichtige Farbe, wenn es darum geht, ein Bild des Vertrauens zu malen und dieses Vertrauen dann auch effektiv aufzubauen. Diese Klarheit, die ich jetzt habe, lässt mich sicherer agieren und sicherer handeln und planen. Im Marketingbereich bin ich immer noch Anfängerin, aber ich sehe, wozu ich es mache.
Bettina: Das Wozu zu haben, das ist etwas, was motiviert und was auch immer weiter antreibt.
Bettina: Ich weiß, dass viele Coaches an einer ähnlichen Stelle stehen wie du vor einem Jahr und überlegen, welche Art der Unterstützung sie brauchen. Du hast sehr klar herausgestellt, was für dich das 1-zu-1 im Ergebnis gebracht hat.
Gruppe oder 1:1 – wie schätzt du das ein?
Sabine: Im 1:1 habe ich keine Gruppe, mit der ich mich zu jedem Schritt austauschen kann, und verschiedene Impulse aus verschiedenen Wortmeldungen. Ich kann mich in der Gruppe aber auch nicht darauf verlassen, dass ich wirklich immer dann gesehen werde, wenn ich gesehen werden möchte – im Sinne von: Ich weiß nicht, ob diese individuelle Betreuung so gewährleistet ist. Das kommt sehr auf die Gruppengröße an.
Aus meiner Studienzeit kenne ich das, wo wir wirklich in einem Saal von 150 Personen saßen. Wenn du da mal nicht magst oder nicht gut aufgestellt bist in dem Thema, kannst du dich auch gut verstecken. Das kann ich im 1:1-Coaching nicht.
Ich ziehe das 1:1-Coaching nicht nur deswegen vor, sondern wegen der individuellen Beratung, die mich sehr vorangebracht hat. Das strukturierte Vorgehen auf meine Bedürfnisse, auf mein Tempo abgestimmt. Die Verbindlichkeit, die zwischen uns herrschte – auf beiden Seiten. Und die fachliche Kompetenz, die Erfahrung und Verlässlichkeit, die du mir entgegengebracht hast, war sehr wertvoll. Es hat mich dahin geleitet, wo ich jetzt bin und es fühlt sich einfach super an.
Bettina: Für mich ist es aus meiner Perspektive genau der Grund, warum ich mich dafür entscheide, 1:1 zu arbeiten und nicht Gruppenprogramme anzubieten. Das ist Teil meiner Positionierung zu überlegen: Wie bringe ich die Gedanken an die Frau und in welchem Format mache ich das? Für mich ist es unglaublich befriedigend, wenn ich das miterleben darf, was du beschreibst. Das ist für mich ganz klar die Entscheidung: Das möchte ich im 1:1 begleiten.
Bettina: Wir haben am Anfang von Herausforderungen gesprochen. Schließen wir das Ganze mit einer Vision.
Warum tust du, was du tust? Wobei willst du die Welt ein kleines bisschen besser machen?
Sabine: Ich tue das, weil ich Menschen mag und weil ich überzeugt bin, dass es nie zu spät ist, aufzublühen und einen frischen Weg einzuschlagen, zufriedener zu leben. Wenn ich Frauen ein Stück dabei begleiten und unterstützen darf auf diesem Weg, dann ist das für mich wirklich wunderbar.
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Bettina: Ich glaube, es war zu spüren: Wenn man mit dir arbeitet, bekommen die Frauen Tiefe. Das finde ich sehr schön. Ich danke dir für dieses Gespräch und wünsche dir für die nächste Zeit ganz viel Erfolg mit deinem Konzept, mit deiner Idee, mit deinem Business – und dass du das, was dir so wichtig und wertvoll ist, gut an die Frau bringen kannst.
Sabine: Danke vielmals, danke Bettina.


