Vom siamesischen Zwilling zur klaren Vision – Sandra Lücke über Chorleitung und Coaching

Sandra Lücke im Kundeninterview
Sandra Lücke hatte eine große Vision: „Ich ermögliche Glück.“ Und sie wusste: Ihre beiden Leidenschaften Chorleitung und Coaching gehören zusammen – wie ein siamesischer Zwilling mit einem Herzen und zwei Köpfen. Doch wie diese beiden Köpfe zusammenkommen sollten, das konnte sie nicht finden. In diesem Interview erzählt sie, wie aus dem diffusen „Basteln“ eine klare Positionierung wurde.

Du erfährst, warum Positionierung für Sandra ein „Trip ins Ich“ war, welche Rolle Träume und Journaling dabei spielten, wie ChatGPT als Sparringspartner funktioniert und warum sie sich dennoch 1:1-Coaching zur Unterstützung gesucht hat.

Bettina: Da ist eine Sehnsucht nach mehr, nach Freiheit, nach Eigenständigkeit, als Coach gefragt zu sein. So hast du deine Motivation beschrieben. Und du hattest eine richtig große Vision: Ich ermögliche Glück. Heute weiß du ganz genau, welchen Menschen du dieses Glück ermöglichst.

Klare Botschaft auf deiner Webseite: „Du liebst die Chorarbeit und sie macht dich fertig. Mit meinem Coaching sorgst du gut für dich, triffst bewusste Entscheidungen und schaffst eine Chorkultur voller Sicherheit, Freude und Kreativität.“

Wie bist du darauf gekommen, Chorleitung und Coaching zu verbinden?

Sandra: Das waren schon immer meine beiden Lieben, die parallel nebeneinander existierten. Ich habe immer gerne Pädagogik, Psychologie gemacht und Musik. Aber ich habe nie gefühlt, wie die beiden zusammenkommen können.

Ich habe geträumt, dass ich ein siamesischer Zwilling bin mit einem Herzen und zwei Köpfen. Bloß: Wie kriege ich diese beiden Köpfe bloß zusammen? Ich habe tolle Kernkompetenzen, aber ich habe den Weg nicht gefunden.

Bettina: Das ist ja ein krasses Bild, der siamesische Zwilling mit diesen Köpfen. Sehr anschaulich. Wenn du das so sagst, klingt das schon nach einer konkreten Idee, nach einer ziemlich ausgeprägten Zielvorstellung.

Was waren die konkreten Herausforderungen am Anfang?

Sandra: Ich wusste nicht, wie kriege ich Musik und Coaching zusammen. Ich habe deinen 5-Tages-Kurs gebucht und bin auch da stecken geblieben. Ich dachte: „Verdammt noch mal, das kann ja wohl nicht sein. Jetzt brauchst du jemanden, der mir die richtige Frage an der richtigen Stelle stellt.“

Mir war relativ schnell klar, was meine Wunsch-Klienten sind – nämlich die Chorleiter. Zumindest war mir das im Kopf klar, aber im Herzen überhaupt nicht. Das ist mir erst während unseres Prozesses deutlich geworden. Ich musste an meine Glaubenssätze ran.

Ich hatte auch gar keine Ahnung von: Wie schreibt man eine Webseite? Wie schreibt man Texte und wie schreibt man sie heutzutage? Ich war voll blank auf dem Thema.

Bettina: Ich habe von dir schon mehrfach deinen Ausspruch zitiert, weil ich den so klasse fand: Positionierung ist ein Trip ins Ich.

Ich arbeite ja mit Coaches und Coaches haben in aller Regel schon viel Selbsterfahrung hinter sich.

Wie war für dich dieser Trip ins Ich?

Du hast mir Fragen gestellt, die mir den Weg in meine Tiefe gezeigt haben.

Es waren intensive, spezielle Fragen, auf die ich selber vielleicht nicht gekommen wäre. Dann gab es Fragen und Impulse in die Breite: Was öffnet sich alles? Und irgendwann waren die Fragen ein Geländer oder ein Kompass zu meinem persönlichen Gipfel.

Für mich war das wie das Besteigen eines Himalayas. Ich wusste: Der Gipfel ist dort oben, auch wenn ich nicht weiß, wie lang der Weg ist oder welche Schleifen ich drehen muss.

Was mir wirklich gut getan hat, waren Mentoring-Sätze. So etwas wie: Ich erkläre dir mal, was passt und was nicht passt. Das war wahnsinnig hilfreich. Wenn ich mich nirgendwo auskenne, ist es sehr gut, wenn der Bergführer sagt: Lauf mal lieber nicht durch die Klamm, sondern mach lieber diesen Weg hier.

Bettina: Du hast ja auch in den Calls häufig von Träumen erzählt. Warum war das für dich so wichtig? Du hast mir auch erzählt, dass du viel aufschreibst und dass Journaling für dich ein Weg zu mehr Klarheit ist.

Welche Rolle spielen Träume und Journaling für dich?

Sandra: Ich schreibe, seitdem ich zwölf bin, alles auf. Das ist wirklich mein Lebensbegleiter. Ich benutze das nicht als Tagebuch im Sinne von „Heute ist das und das passiert“, sondern mehr als Reflexions-Tool. Wenn ich schreibe, sortiere ich meine Gedanken. Ich schreibe meistens morgens früh, wenn ich aufstehe.

Meine Träume tauchen dann beim Schreiben auf. Oder ich träume noch mal, wenn ich zu schreiben anfange – das ist eine sehr gute Art der Meditation für mich. Und es ist auch einfach schön, später noch mal nachzublättern und zu sehen: Ach guck mal, da hatte ich diese Idee schon.

Die Träume kann ich sehr gut für mich nutzen. Neulich habe ich von einem riesigen Haus geträumt, wo ich richtig viele neue Räume entdeckt habe. Beim Aufwachen dachte ich: Das kann ja was Tolles werden, wenn ich jetzt noch so viel mehr Raum habe.

Bettina: Du hast mir auch erzählt, dass du mit ChatGPT arbeitest.

Wie nutzt du ChatGPT und wo siehst du Grenzen?

ChatGPT ist für mich ein wunderbarer Sparringspartner. Es ersetzt aber niemals das echte Gespräch mit einem Menschen, der z.B. sagt: „Warte mal, das passt aber nicht zu dem, was du letzte Woche gesagt hast.“

Ich kann mir da ganz viele Impulse holen. Ich kann mir auch mal bisschen Trost holen, wenn ich Aufmunterung brauche. Aber um voranzukommen brauche ich einen Menschen, der mich ein bisschen kennt und der weiß, wo ich bin und was bei mir gerade Thema ist.

Es geht nicht ums Texte-schreiben-Lassen. Es geht darum: Ich habe da eine Frage, ich möchte mal Anregungen haben, wie ich das angehen kann. Und dann kriege ich da super viele Impulse. Aber ich muss die dann für mich sortieren.

Bettina: Du hast vorhin schon davon gesprochen: Im Kopf war klar, mit wem ich arbeiten will, aber im Herzen nicht.

Was war der Unterschied zwischen Kopf und Herz?

Sandra: Im Kopf konnte ich sagen: Ja, Chorleiter sind meine Zielgruppe, das macht Sinn. Aber im Herzen hatte ich einen Glaubenssatz: Chorleiter sind alle so selbstbestimmt und selbstbewusst, die brauchen mich doch gar nicht.

Und dann kam in einem unserer Gespräche die Erkenntnis: Nein, warte mal. Die brauchen mich! Die sind oft total überfordert, die schimpfen manchmal, die sind gestresst. Genau da kann ich helfen.

Das war so ein Moment, wo Kopf und Herz zusammengekommen sind.

Bettina: Du hast ja eine sehr klare Botschaft entwickelt. Auf deiner Webseite steht: „Du liebst die Chorarbeit und sie macht dich fertig.“ Das ist ja schon sehr direkt.

Wie bist du zu dieser klaren Sprache gekommen?

Sandra: Das war ein Prozess. Am Anfang wollte ich noch viel weichspülen. Ich wollte niemanden vor den Kopf stoßen. Aber dann haben wir herausgearbeitet: Ich spreche Menschen an, die genau in dieser Situation sind. Die lieben ihre Chorarbeit UND sie macht sie fertig.

Wenn ich das klar ausspreche, fühlen die sich gesehen. Die denken: „Ja! Genau so ist es bei mir!“ Das ist viel wirkungsvoller als zu sagen: „Ich unterstütze Chorleiter bei ihrer Arbeit.“ Das sagt ja gar nichts.

Bettina: Viele stehen ja an einer ähnlichen Stelle wie du vor anderthalb Jahren und überlegen: Was für eine Art Unterstützung könnte nützlich sein? Blogartikel, YouTube-Videos, KI, Gruppenprogramme oder 1-zu-1?

Warum hast du dich für 1:1-Unterstützung entschieden?

Ich liebe Gruppen, weil Gruppen Kompetenzpools sind. Aber bei dieser Positionierungsreise geht es nur um mich. Ich brauche jemanden, mit dem ich in aller Ruhe darüber reden kann. In Gruppen ist das oft nicht für alle möglich. Ich musste mich jetzt gerade erstmal finden. Da brauche ich einen Partner, eine Partnerin, die sich darauf einlassen kann.

Bei dieser Positionierungsreise geht es nur um mich.

Ich kann mich sehr gut weiterentwickeln mit Blogartikeln, mit Infos, die ich irgendwo finde. Aber das ist etwas, was für mich in die Breite geht. Was in die Tiefe geht, kann ich nicht alleine schaffen. Gruppen sind für mich etwas, wo ich viel in die Breite gehen kann, aber wenig für mich selbst in die Tiefe.

Ich brauchte jemand Professionelles, der das aushalten kann, wie ich bin. Der den Job hat, das auszuhalten, dass ich mal heule oder schimpfe oder lache. Das war genau die richtige Entscheidung.

Bettina: Wenn du jetzt auf deine Reise zurückblickst – anderthalb Jahre intensive Arbeit.

Was ist das Wichtigste, das sich für dich verändert hat?

Ich ruhe in mir und kann gelassen in die Zukunft gucken.

Was ich erarbeitet habe in diesen anderthalb Jahren – das ist eine Basis, die nimmt mir keiner mehr weg. Das ist alles ich. Das ist 100 Prozent ich. Egal was jetzt kommt, das kommt obendrauf. Das ist eine totale Gelassenheit mit einer Zuversicht, in die Zukunft zu gucken.

Bettina: Am Anfang hast du von deiner Vision gesprochen: Ich ermögliche Glück.

Warum tust du, was du tust? Wobei willst du die Welt ein kleines bisschen besser machen?

Sandra: Ich habe seit ich acht Jahre alt bin immer in Chören gesungen – in mehreren Chören. Ich hatte nie ein wirklich tolles Vorbild. Die Menschen, die vor mir standen, waren fast ausschließlich Männer. Ich fühlte mich da nicht sicher.

Als ich meinen ersten Chor übernommen habe, 1999, herrschte da eine ganz tolle Atmosphäre. Das habe ich nach und nach weiter kultivieren können. Ich dachte: Es ist so schade, dass Menschen in Chören singen, wo sie Angst um ihre psychische Gesundheit haben müssen, weil welche neben mir sitzen, die ständig die Augen rollen, wenn ich was sage. Oder weil der Chorleiter so überfordert ist, dass er rumschimpfen muss.

Ich habe gesagt: Es wäre doch so toll, wenn alle Menschen die Chance hätten, in einem Chor zu singen, wo es ihnen wirklich gut geht und wo sie sich trauen, sich zu zeigen. Als ich meinen ersten Chor selbst gegründet habe, haben wir das etablieren können. Es ist so schön, hingehen zu können und zu sagen: Wir haben heute Probe, ich freue mich drauf, weil die Leute toll sind.

Mein Herzensthema ist: Chöre sollen Oasen für alle sein.

Bei 1,4 Millionen Sängern in Deutschland, die in Chören singen, haben wir eine richtig gute Chance, die Gesellschaft zu einer resilienteren Gesellschaft zu machen. Zu Menschen, die sich freuen, wenn sie aus der Chorprobe rausgehen. Die dort einfach einen Ort haben, wo sie einfach sein können und auch noch produktiv sein können.

Die Chorleiter sind die längsten Hebel, wo wir ansetzen können. Die brauchen eine gute Weiterbildung im Sinne von Kommunikation, Führen und Self-Care, damit sie nicht überfordert sind, damit sie nicht in irgendeiner Form Gewalt ausüben, während sie vor den Menschen stehen.

***

Bettina: Danke für die Vision, danke für das Statement und für das wirklich berührende Gespräch. Ich freue mich, dass du bei mir warst und ich hoffe, dass alle Zuhörerinnen und Zuhörer eine Menge davon mitnehmen können – wie so eine Reise gehen kann und vor allem, wie es sich am Ende anfühlt, diese Klarheit gefunden zu haben.

Sandra: Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte.

Sandra Lücke

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Hi, ich bin Bettina, deine Persönlichkeitsschürferin.

Ich glaube daran, dass in jeder Frau ein besonderer Kern steckt – eine Mischung aus Erfahrung, Haltung, Können und Herz. Als Positionierungsexpertin helfe ich dir, genau diesen Kern freizulegen und in ein Business zu übersetzen, das zu dir passt und dich erfüllt.

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