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Perfektionismus ablegen: So schaffst du es

Perfektionismus ablegen
Inhalt

Immer auf die Minute pünktlich. Jeden Krümel aufheben. Sofakissen gerade rücken. Elend lange am Layout der Folie basteln.

Ist das perfektionistisch?

Und? Sagst du Ja? Dann geht’s dir wie vielen Frauen, die gerade im Perfektionismus die Ursache für ihren Stress sehen. Sie fühlen sich unter Druck von den Erwartungen an sich selbst und haben oft das Gefühl, in diesem Fahrwasser zu schwimmen, ohne die nächste Anlegestelle zu sehen. Wenn du lernen willst, wie du mit deinem Perfektionismus umgehen kannst, sind zwei Fragen wichtig:

Wie sehr leide ich unter einem bestimmten Verhalten? Und wie leicht kann ich mein Handeln beeinflussen?

Deshalb erkläre ich dir in diesem Blogpost,

  • wie du erkennst, in welchem Maß du von deinem Perfektionismus gesteuert wirst,
  • warum du deine eigenen Ansprüche genau unter die Lupe nehmen solltest,
  • was du tun kannst, wenn dich dein perfektionistisches Handeln stört.

Perfektionismus ablegen: Ist das überhaupt nötig?

Stell dir eine Skala von 0 bis 10 vor und entscheide dich spontan, wo du dich bei den folgenden Aussagen einordnen würdest:

  • Ich wiederhole die Dinge so oft, bis sie perfekt sind.
  • Es fällt mir schwer, ein Ende zu finden (z.B. wenn ich an einem Projekt arbeite).
  • Ich gehe viel zu früh los, nur um pünktlich zu sein.
  • Ich habe Schwierigkeiten mit einer Aufgabe anzufangen, die ich besonders gut machen muss.
  • Ich plane alles ganz präzise und habe Angst, etwas zu vergessen.
  • Ich bin selten so richtig zufrieden mit dem, was ich gemacht habe.
  • Ich bin erst beruhigt, wenn ich etwas mehrfach kontrolliert habe.
  • Ich brauch endlos lange, um mich zu entscheiden, weil ich alle Eventualitäten im Kopf abwäge.

Auch wenn du es jetzt vielleicht erwartest 😊 – es gibt keine Auswertung, die dir sagt, was gut oder schlecht ist. Du darfst deine Einschätzung vielmehr selbst bewerten. Wie schaust du auf deine Einordnung? Was schränkt dich ein? Wo willst du sofort etwas ändern? Wo lächelst du mit dem Gedanken – ja, so bin ich eben?

Mach dir klar: Es gibt keine Perfektion

Wie hast du dir bisher Ziele gesteckt? Ich vermute, da steckte ganz viel „das muss perfekt werden“ drin, oder? Kurz und schmerzlos: Lass es!! Dieses Ziel ist nie erreichbar. Perfektion gibt es nicht. Du bist doch auch kein perfekter Mensch und trotzdem – oder deshalb – wertvoll, liebenswert und einzigartig. Du hast einen Leberfleck an der Lippe, ein Speckröllchen am Bauch, einen krummen großen Zeh, dünne Haare oder was auch immer – du bist nicht perfekt und: wunderbar.

Versuch mal, diese Haltung auf deine Arbeit zu übertragen. Eine Präsentation kann überzeugen, auch wenn die Folie ein klein wenig schief ist oder die Farbe nicht ganz optimal gewählt ist. Vielleicht ist die Wirkung allein deshalb gut, weil du deinen Plan gut vorträgst.

Oder du kommst wirklich mal zu spät zu einem Meeting: Ja, und? Gestehe dir zu, dass es „mal“ passieren kann. Du bist nicht perfekt. Trau dich, einen Punkt zu setzen, um eine Arbeit abzuschließen. Nach vielen Stunden wird es vermutlich nicht mehr besser, sondern nur noch anders. Es wird nie perfekt.

Lerne, deine Fehler zu lieben – es sind super Lernchancen

Das fängt schon in der Schule an. Alles, was du falsch gemacht hast, wird leuchtend rot markiert. Und früher gab es dann noch die unsinnige Regel, zur Verbesserung den Satz dreimal richtig aufzuschreiben. So was hat doch eher den Charakter einer Strafarbeit. Wie soll da ein Kind begreifen, dass es sich lohnt, Fehler zu machen.

Glückerweise ändert sich das allmählich ein wenig in der Pädagogik. Kluge Lehrer*innen erkunden, woher der Fehler kommt, von welchem Denkansatz ein Kind ausgegangen ist und warum das nicht zum richtigen Ergebnis geführt hat.

Das ist nämlich die Lernchance: Finde heraus, was NOCH nicht klappt und warum. Dann lernst du sehr viel über dich und kannst beim nächsten Mal optimieren. Und: Du hast kein schlechtes Gefühl. Es heißt nicht: Ich kann das nicht. Sondern: Ich weiß NOCH nicht, wie es geht. Hier steckt auch gleich das Ziel drin – ich möchte gerne lernen, wie es geht. Das macht Mut.

Klingt anspruchsvoll, diese Haltung zu lernen? Ist es vielleicht auch. Dennoch: Es lohnt sich. Wenn du dich auf den Weg machst, hilft dir vielleicht auch mein Blogpost “Das Gefühl, nicht gut genug zu sein – so wirst du es los”.

Vergleich dich nicht ständig mit anderen

Warum? Weil du am Ende meist schlechter dastehst. Und das willst du doch nicht, oder? Menschen neigen dazu, bei anderen eher zu sehen, was die alles besser können. Wir schauen auf Frauen, die erfolgreicher sind. Wir sehen Frauen, die schlanker sind. Ganz zu schweigen von den perfekten Auftritten auf Instagram… Selten vergleichen wir uns mit denen, die es deutlich schlechter im Leben erwischt haben. Welche Auswirkungen das auf unser Wohlbefinden hat, erkläre ich dir in meinem Blogpost: Schöner, besser, klüger – warum Vergleiche uns schaden.

Zweifel nicht dauernd an dir selbst. Mach dir deine Stärken bewusst – du hast sie

 Du bist wertvoll. Du bist liebenswert. Du bist einzigartig.

Allein die Tatsache, dass du heute da stehst, wo du stehst, ist eine Erfolgsgeschichte. Du hast in deinem Leben schon ganz viel gemeistert. Mach dir das bewusst. Ohne nützliche Fähigkeiten und Eigenschaften wärst du nicht so weit gekommen. Schreib deine Erfolge und Stärken mal auf. Damit steuerst du deinen Blickwinkel auf Positiv. Das hilft dir dabei, weniger verbissen nur das Perfekte zu wollen. Der Anspruchs-Turm hat noch andere wertvolle Etagen – es muss nicht die oberste sein.

Schau mal vorbei bei meinem Artikel “Resilienz stärken – und warum es viele Frauen nicht schaffen, ihren Stress nachhaltig zu bekämpfen. Du erfährst, warum es dir als Unternehmerin hilft, resilient zu sein, und ich gebe dir 7 hochwirksame Strategien mit.

Fazit

Und zum Schluss ein Tipp, wie du das Ganze gut umsetzen kannst. Nimm dir jeden Tag ein bisschen Zeit für innere Ruhe. Du weißt bestimmt, was dir gut tut: einen duftenden Tee genießen, Musik hören, auf einer Bank im Wald sitzen – mach etwas, das dich ganz in der Gegenwart verankert. So kannst du entspannen und es fällt dir viel leichter, dich von dem angespannten „das muss perfekt sein“ zu verabschieden. Viel Freude dabei!

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