Wenn du mal in einem Fitness-Studio warst oder bei Youtube nach Workouts suchst, kennst du bestimmt BBP: Bauch-Beine-Po. Du weißt mit Sicherheit auch, was du tun musst, um deine Muskeln an diesen Stellen zu entwickeln – Übungen im „Vierfüßler“, Situps, Ausfallschritte oder andere nette kleine Quälereien. Auch wenn du das nicht regelmäßig machst, ist dir theoretisch aber klar, wie es geht, oder?
Und jetzt stell dir dieselbe Frage für dein Innenleben:
Wie trainierst du deine innere Stärke?
Wie sorgst du dafür, dass du als Coach souverän auftrittst, Entscheidungen triffst, dich abgrenzt und nicht schon beim ersten Vergleich mit „erfolgreicheren“ Kolleginnen in dir zusammenfällst? Genau hier beginnt der Prozess, innere Stärke zu entwickeln – bewusst, Schritt für Schritt.
Ich vermute – jetzt musst du etwas länger überlegen.
In diesem Blogpost erfährst du, wie du innere Stärke entwickelst, was sie für deinen Start als Coach bedeutet und welche Fehler du am besten vermeidest.
Lieber hören als lesen? Hier geht’s zum Podcast:
Warum Coaches innere Stärke entwickeln müssen – besonders am Anfang
Was machst du, wenn dir folgende Sätze durch den Kopf gehen?
- Bin ich eigentlich gut genug für den Weg in die Selbstständigkeit als Coach?
- Muss ich nicht noch eine Fortbildung machen, bevor ich „wirklich starten darf“?
- Was, wenn meine Methode anderen nicht hilft?
- Und was, wenn die Kolleginnen links und rechts viel souveräner wirken als ich?
Viele Coaches am Anfang tragen genau diese Fragen mit sich herum. Man weiß nicht, wie der erste Auftrag laufen wird. Die Preisfrage löst Unsicherheit aus. Feedback von außen wird schnell zu einer emotionalen Belastung. Man jongliert zwischen Selbstzweifel, Überforderung und dem Wunsch, es richtig zu machen.
Für genau diesen Alltag brauchst du innere Stärke.
So wie du mit Ausfallschritten deinen Körper trainierst, gibt es mentale Übungen, die dich stabiler machen – für deine Arbeit, für deine Klientinnen und für dein Business.
Ich verspreche dir: Es lohnt sich.
Wie du innere Stärke entwickeln kannst, wenn alles zu viel wird
Die kleinste Planänderung versetzt dich in Panik. Deine nie endende To-do-Liste hindert dich am Einschlafen und du vergisst vor lauter Gedankenchaos wichtige Termine. Oder dein Puls schlägt Alarm, obwohl du gar keinen Marathon läufst. Düstere Gedanken verdrängen auch noch den letzten Funken Optimismus .
Du hast einen Beruf, den du liebst. Du willst Menschen unterstützen. Du bist engagiert.
Aber ganz langsam wird alles mehr – und du immer weniger.
Joggen? Keine Energie.
Yoga? Seit Wochen nicht mehr gesehen.
Freundinnen? Du sagst dauernd ab.
Essen? Pizza-Taxi kennt dich beim Namen.
Erholungszeit? Fehlanzeige.
Was du jetzt brauchst: Mut und innere Stärke.
Damit du dich traust, die Maske der „Perfekten“ abzulegen und ehrlich hinzuschauen:
Was brauche ich – wirklich?
So fühlt es sich an, wenn du als Coach klar auftrittst
Stell dir vor:
- Du sprichst klar aus, was du möchtest und was du brauchst.
- Du verfolgst mutig deine Wünsche und Träume.
- Du sorgst gut für dich und triffst Entscheidungen, die sich richtig anfühlen.
- Du setzt deine Ideen um, auch wenn andere skeptisch sind.
- Du lässt dich nicht entmutigen, sondern findest neue Wege.
Diese Haltung wirkt nach außen: klar, souverän, glaubwürdig.
Und sie macht dich als Coach authentisch und kompetent.
Dein innerer Dialog verändert sich: „Ich bin wichtig. Ich darf an mich denken.“ Das ist innere Stärke.
Innere Stärke entwickeln: Ein Beispiel aus der Coaching-Praxis
„Ich habe, dank Bettina, viel mehr Mut und Vertrauen gefunden, in meine eigene Persönlichkeit, meine Erfahrung, mein Wissen. Oft denken wir ja, gerade am Beginn von etwas Neuem, wir seien noch nicht klar, gut oder erfahren genug, um zu beginnen. Dank Bettina weiß ich jetzt:
Das Tun bringt Klarheit. Erste Ergebnisse geben mir Vertrauen in meine Fähigkeiten. Das Ausprobieren bringt Erfahrung.“ (Rebecca H.)
Das schrieb Rebecca nach 7 Monaten 1:1-Zusammenarbeit mit mir. Besser lässt sich der Start ins Coaching Business nicht formulieren. Rebecca hat erlebt, was viele neue Coaches kennen: Stärke zeigt sich nicht im Perfekten, sondern im Mut zum Anfang.

Drei Schritte, mit denen du als Coach innere Stärke entwickelst
1. Denken – Wie sprichst du mit dir selbst?
Hast du schon mal darauf geachtet, wie du mit dir sprichst? „War ja klar, dass ich das nicht hinbekommen habe.“ „Typisch, immer passiert mir so was.“ Ganz oft werten wir uns ab in unseren Selbstgesprächen. Wir stärken uns nicht nach Misserfolgen, sondern wir bestrafen uns mit negativen Sätzen.
Du ahnst es schon – diese Gedanken schwächen dich. Wie wär’s mit: „Hat zwar nicht geklappt, aber jetzt weiß ich, was ich beim nächsten Mal besser machen kann.“ Oder: „Interessant. Was kann ich aus diesem Fehler lernen?“
Kleiner Tipp: Starte schon morgens mit positiven Gedanken.
Was werde ich heute positiv gestalten?
Welcher Satz wird mich heute stärken?
Diese mentalen Routinen gehören zu den Grundlagen, wenn du innere Stärke entwickeln willst. Die Gedanken beeinflussen deine Gefühle – und damit dein Auftreten als Coach.
Dazu gehört auch, Me-Time einzuplanen. Wenn eine entspannte Zeit nur für dich auf dem Tagesplan steht, ist doch der Blick auf die nächsten Stunden automatisch positiv, oder? Falls es dir noch schwerfällt, regelmäßig deine Me-Time zu planen, dann lies meinen Blogpost “Endlich Me-Time und dann klappt’s doch nicht! 7 typische Hindernisse und wie du sie überwindest”.
Gesunder Optimismus bedeutet im Übrigen nicht, dass du daran glaubst, immer alles zu schaffen. Du glaubst aber, dass es zumindest möglich ist.
2. Können – Was nimmst du als Stärke an?
Viele Coaches helfen anderen dabei, ihre Stärken zu erkennen – und vergessen die eigenen.
Mach diese kleine Übung:
Schreib zehn Sätze auf, die beginnen mit „Ich kann…“, „Ich bin…“, „Ich habe…“.
Und dann spüre nach: Wie leicht fällt es dir, deine Fähigkeiten anzuerkennen?
Frag auch Menschen in deinem Umfeld: „Was schätzt du an mir?“ Oft liegt genau dort der Kern deiner Stärke.
3. Fühlen – Wie gehst du mit Unsicherheiten um?
Selbstständigkeit und Unsicherheit gehören zusammen. Neue Klientinnen, Preisgespräche, Sichtbarkeit – alles fordert Mut heraus.
Wichtig ist, dass du deine Gefühle ernst nimmst. Du kannst sie nicht verdrängen. Das ist wie mit einem Ball, den du unter Wasser drücken möchtest – er kommt mit noch viel mehr Wucht wieder hoch.
Zwei Schritte helfen:
- Beruhigen
Tief in den Bauch atmen, Puls runterholen. - Sortieren
Auf deine Stärken schauen.
Dich fragen: Was brauche ich jetzt?
Wenn du dich deinen Gefühlen stellst, baust du innere Stärke auf. Und genau diese Grundlage brauchst du, wenn du dich als Coach klar positionieren möchtest. Lies dazu meinen Blog-Artikel “Wie ich meine Positionierung als Coach gefunden habe”.
Verlass dich auf deine Fähigkeiten und leg los. Entscheide dich, mutig zu sein. Das macht dich selbstbewusster und auf Dauer weniger ängstlich.
Innere Stärke heißt nicht Dauer-Glück, sondern Stabilität
Ein Missverständnis möchte ich hier gleich aufklären: Innere Stärke zu haben oder resilient zu sein, bedeutet nicht, dass jetzt alles eitel Sonnenschein ist und du dich nur noch glücklich fühlst. Es wird weiter Probleme in deinem Leben geben, du wirst weiter erleben, dass um dich herum Menschen krank werden oder dass du z.B. von anderen abgelehnt wirst. Aber als resilienter Mensch weißt du, wie du bei Enttäuschungen und Kränkungen handeln kannst, damit du nicht dauerhaft darunter leidest.
So ist es auch mit deinen Gefühlen. Du wirst dich weiter ärgern, du wirst auch Angst haben oder mal wütend sein. Dein Vorteil mit Resilienz: Du hast einen Werkzeugkasten, aus dem du dich bedienen kannst. Dadurch fühlst du dich nicht mehr ausgeliefert, sondern du kannst dein Erleben beeinflussen und bist kein Opfer. Und genau das macht dich auf Dauer glücklich.
Im Prinzip ist jeder Mensch resilient. Nur manchmal vergessen wir, welche Stärken wir haben. Ein Teil unserer Resilienz ist angeboren und den anderen Teil können wir lernen. Und genau da liegt die große Chance. Ich habe selbst erlebt, dass Krisen auch stark machen können.

Innere Stärke entwickeln: Fünf Fehler, die dich als Coach bremsen
1. Zu hohe Erwartungen
Auch die schönsten Motivationssprüche helfen manchmal nicht, wenn es so richtig dicke kommt. Das liest sich alles wunderbar, aber Rückschläge gibt es trotzdem. Wichtig dabei ist, wie du Rückschläge für dich interpretierst. Ein Misserfolg bedeutet nicht, dass du nichts kannst, nichts bist und auf Dauer scheitern wirst.
Ein „Rückschlag“ ist ein Signal, dass zu diesem Zeitpunkt, in dieser Situation noch nicht alles rund gelaufen ist. Du kannst analysieren und entscheiden, was du beim nächsten Mal anders machst. Der „Rückschlag“ ist eher eine „Rückmeldung“: Hey, schau mal, was du verbessern kannst.
Wenn du dich entscheidest, so mit Rückschlagen umzugehen, hast du ein sehr gesundes und positives Mindset. Es verhilft dir nämlich dazu, nicht zu verzweifeln, sondern gestärkt aus der Erfahrung hervorzugehen.
Stärke kann auch krank machen, wenn der Antreiber „Sei stark“ zu laut ist in deinem Inneren. Sebastian Mauritz reflektiert die Auswirkungen dieses inneres Antreibers in einem interessanten Blog-Artikel.
2. Ungeduld
Wenn du dich jetzt auf den Weg machst, innere Stärke zu entwickeln, braucht das Zeit. Die Gewohnheiten, die du heute anwendest, übst du schon Jahre oder Jahrzehnte. Dein Gehirn braucht Zeit zum Umlernen. Die gute Nachricht: Ein Leben lang ist unser Gehirn in der Lage, neue Vernetzungen zu bilden und neue Wege zu bahnen. Du kannst also immer damit anfangen, Dinge zu ändern. Es dauert nur ein bisschen, bis die neuen Gewohnheiten genauso verinnerlicht sind wie die alten.
Denk mal dran, wie lange Sportler trainieren, bis sie Erfolg haben. Oder wie oft Musiker bestimmte Übungen wiederholen, bis die Geläufigkeit in den Fingern sitzt. Mach am besten kleine Schritte und suche dir ein Übungsfeld, in dem du schnell Erfolgserlebnisse hast.
3. Selbstmitleid
Wenn du klagst oder anderen erzählst, wie schwer es ist, bekommst du Zuwendung und Mitleid. Das fühlt sich erst mal gut an. Allerdings gibt es hier einen bedeutenden Haken: Du machst dich damit klein, weil du signalisierst, dass du etwas nicht schaffst. Du übernimmst keine Verantwortung für dein Tun.
Es fühlst sich besser an, wenn du zwar sagst, dass es ein Problem gibt, gleichzeitig aber konstruktiv nach einer Lösung suchst. Richte deine Aufmerksamkeit grundsätzlich eher auf Lösungen als auf Probleme. Auch das stärkt dich, weil du merkst, dass du für dein eigenes Wohlbefinden etwas tun kannst.
4. Perfektionismus
Du willst alles extrem korrekt machen. Dir dürfen keine Fehler passieren. Es gibt sicherlich auch Situationen, in denen genau dieses Ziel sinnvoll ist – z.B. wenn du den letzten Check für deine Website machst. Wenn du aber im Alltag dieses Prinzip auf alle deine Aufgaben anwendest, gehst du daran kaputt. Deshalb: Verabschiede dich von deinem Perfektionismus.
In meinem Blogpost “So schaffst du es, deinen Perfektionismus abzulegen” verrate ich dir nützliche Strategien.
5. Vergleiche
Wow! Was diese Coaching-Kollegin schafft – genial! So souverän im Auftreten – kein bisschen nervös im Video. Sie wirkt immer gut gelaunt, ausgeschlafen und kreativ. Sie kann einfach alles besser.
Wenn du so denkst, verspreche ich dir eins: Deine Stimmung geht den Bach ab und du fühlst dich einfach nur schlecht. Dann ist deine innere Stärke in weiter Ferne. Also: schau auf dich und deine Qualitäten. Das stärkt dich.
Wie du das ewige Vergleichen lassen kannst, erfährst du in meinem Blogartikel “Schöner, besser, klüger – warum Vergleiche uns schaden”.
Innere Stärke entwickeln für dein Coaching-Business: Lerne mich kennen
Wenn du denkst: „Ja, innere Stärke brauche ich gerade, damit meine Selbstständigkeit eine echte Erfolgsstory wird“, dann melde dich zu einem unverbindlichen Gespräch.
Wir schauen gemeinsam, wo du stehst und wie ich dich unterstützen kann.
Für ein Coaching-Business, das zu dir passt – weil du den Mut findest, deinen Weg zu gehen.
FAQ zum Thema „Innere Stärke entwickeln“
1. Warum brauche ich als Coach innere Stärke?
Weil du ständig Entscheidungen triffst. Innere Stärke macht dich souverän, klar und stabil – für dich selbst und für deine Klientinnen.
2. Wie reduziere ich Selbstzweifel als Coach?
Indem du deine Gedanken beobachtest und stärkende Alternativen entwickelst. Selbstzweifel sind normal – entscheidend ist dein Umgang damit.
3. Wie hängt innere Stärke mit meiner Positionierung zusammen?
Ohne innere Klarheit wird auch deine Botschaft unklar. Innere Stärke macht dein Coaching-Profil eindeutig.
4. Wie bleibe ich motiviert, wenn mein Coaching-Business langsam startet?
Mit kleinen Schritten, realistischen Zielen, Feedback und Unterstützung. Motivation entsteht durch Handeln.
5. Wie stärke ich mein Vertrauen in meine Fähigkeiten als Coach?
Durch Praxis, Reflexion, Feedback und Erfahrungen. Vertrauen wächst im Tun, nicht im Grübeln.


